
Kampfjetabsturz am Sustenpass: Verfahren neu aufgerollt – Was jetzt auf die Verantwortlichen zukommt
2025-03-27
Autor: Louis
Der tragische Kampfjetabsturz am Sustenpass im Jahr 2016 hat erneut die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt. Ein junger, 27-jähriger Pilot sollte eigentlich von einem erfahrenen Kollegen im Luftkampf geschult werden, als das Unglück geschah. Dicke Wolken schoben sich über die Berge rund um den Militärflugplatz Meiringen, und trotz der widrigen Bedingungen stiegen beide Piloten auf. Doch die Radarverbindung zwischen ihnen war unzureichend, und ohne diese Unterstützung war der junge Pilot bald orientierungslos.
In einem verzweifelten Versuch, die Situation zu retten, wandte sich der Pilot an den Tower in Meiringen. Der Flight Controller von Skyguide sah sich gezwungen, eine Kollision der beiden Jets abzuwenden und wies den jungen Piloten an, zu sinken. Leider war die angegebene Flughöhe jedoch zu niedrig, was zu dem folgenschweren Absturz führte.
Jetzt sieht sich der verantwortliche Fluglotse einer Anklage gegenüber, während sein Anwalt, Philip Bätschi, vehement für einen Freispruch kämpft. "Es ist eindeutig, dass es an Alternativen gefehlt hat, die man hätte in Betracht ziehen können," sagte Bätschi. Der Militärappellationsgerichtshof in Aarau stellt in seinen verhandlungstechnischen Fragen die Möglichkeit in den Raum, den Piloten seitlich anstatt abwärts zu lenken oder in einer höher fliegenden Höhe zu steuern, doch die Verteidigung ist überzeugt, dass das Unglück auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen ist.
Ein weiteres Thema, das angesprochen wird, ist das veraltete Radarsystem, welches der Fluglotse zur Verfügung hatte. Dies wirft Fragen zur Sicherheit der Luftüberwachung auf. Laut Skyguide-Manager Urs Lauener ist das neueste Rundsuchradar für Meiringen noch nicht in Betrieb, jedoch wird beteuert, dass die Luftüberwachung auch ohne Radar sicher bewerkstelligt werden könne. „Es gibt weltweit viele Verfahren, die ohne die Kontrolle der Flugverkehrsleitung sicher sind“, so Lauener.
Das Gericht hat spannende Informationen über die anstehenden Strafmaße veröffentlicht. Der militärische Staatsanwalt fordert härtere Strafen für beide Beschuldigten, einschließlich einer Erhöhung der Geldstrafe für den bereits verurteilten Fluglotsen und eine bedingte Geldstrafe für den freigesprochenen Militärpiloten aufgrund von fahrlässiger Tötung. Dessen anwaltliche Vertretung bleibt jedoch optimistisch und glaubt an eine Bestätigung des Freispruchs.
„Mein Klient hat keine Sorgfaltspflicht verletzt. Der entscheidende Funkspruch unterbrach die Kausalkette so stark, dass jegliche andere möglichen Vergehen irrelevant sind“, erläuterte Anwalt Till Gontersweiler.
Insgesamt wurden während der Verhandlung sowohl neue als auch viele bekannte Argumente diskutiert. Überraschenderweise könnte das Appellationsgericht in ihrem Urteil ganz andere Schlussfolgerungen ziehen als die Vorinstanz. Am Ende bleibt jedoch die traurige Tatsache bestehen, dass ein junger Mann sein Leben verlor. Den Angehörigen und Freunden wird von der Gemeinschaft Trost gewünscht, während sie darauf hoffen, nach Abschluss des Verfahrens zur Ruhe zu finden.
Urteilsverkündung wird für diesen Freitag erwartet – die Spannung steigt!