
Unwetterchaos bringt Stadler Rail ins Wanken: Ein Blick auf die düstere Bilanz für 2024
2025-03-19
Autor: Luca
Die verheerenden Unwetter des vergangenen Jahres haben Stadler Rail stark zugesetzt und die Ergebnisse regelrecht erschüttert.
Heftige Überschwemmungen in Regionen wie dem Wallis, Spanien und Österreich haben die Produktion sowohl in den Werken von Stadler als auch bei wichtigen Zulieferern erheblich gestört. Dass sich diese Naturkatastrophen auf das Geschäft auswirken würden, war bereits frühzeitig abzusehen, weshalb das Unternehmen bereits im November seine finanziellen Ziele für 2024 zurückgezogen hat.
Der Umsatz des Unternehmens fiel auf lediglich 3,3 Milliarden Franken, was einem Rückgang von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders dramatisch ist der Rückgang des Betriebsgewinns, der um fast 50 Prozent gesenkt wurde. Der Reingewinn stürzt auf nur noch 55 Millionen Franken – ein Rückgang um bemerkenswerte 60 Prozent im Vergleich zu 2023.
Dieser Einbruch wird auch die Aktionäre hart treffen: Die Dividende wird auf 0,20 Schweizer Franken pro Aktie halbiert; im Vorjahr zahlte der Konzern noch 0,90 Franken aus.
Stadler teilte auch mit, dass die massiven Folgen der Naturereignisse den Verantwortlichen derzeit nicht erlauben, präzise Vorhersagen für das Geschäftsjahr 2025 zu treffen.
Obwohl Stadler die Erwartungen der Finanzgemeinde hinsichtlich Umsatz und Gewinn nicht erfüllen konnte, hat das Unternehmen in Bezug auf Auftragsbestand und -eingänge positive Nachrichten zu berichten. Sollte es gelingen, die Lieferketten zu stabilisieren und die ergriffenen Maßnahmen fruchten, erwartet Stadler in diesem Jahr zumindest eine stabilisierende Tendenz im Umsatz sowie eine Verbesserung der Gewinnmarge auf zwischen vier und fünf Prozent.
Mit Blick auf die Zukunft plant das Unternehmen, bis 2026 infolge einer guten Auftragslage und steigender Produktion ein starkes Umsatzwachstum auf über fünf Milliarden Franken zu erzielen. Mittelfristig rechnet Stadler mit einer Erhöhung der Gewinnmarge auf sechs bis acht Prozent.
Produktion stark beeinträchtigt: Vorübergehende Stilllegung von Werken
Besonders das Werk in Valencia, Spanien, war von verheerenden Überschwemmungen betroffen, die erhebliche Schäden verursacht haben. Glücklicherweise blieb das Werk selbst bis auf einige zerstörte Außenlager weitgehend unbeschädigt, während rund 40 Zulieferer schwer getroffen wurden.
Ein weiterer Rückschlag war die Produktionsunterbrechung bei Constellium im Wallis, einem internationalen Anbieter, dessen Werke nach der Überschwemmung der Rhône im Sommer mehrere Monate geschlossen blieben. Constellium beliefert Stadler mit Aluminium-Wagenkästen, die aufgrund der anhaltenden Lieferengpass fehlten.
Von den 1200 Tonnen Aluminium-Profilen, die Stadler im Wallis eingelagert hatte, mussten 850 Tonnen aufgrund von Schäden entsorgt werden. Erst seit dem vergangenen Monat läuft die Produktion mit voller Kapazität, während das Unternehmen gleichzeitig die Zerstörung von Anlagen in Österreich sowie eines Doppelstockzugs für die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) zu beklagen hat.
Die Frage bleibt: Wird Stadler Rail die Krise überwinden und sich rasch wieder erholen, oder droht ein noch tieferer Fall? Die kommenden Monate werden entscheidend sein.