
Grönland-Besuch: Dänemark weist Kritik von JD Vance zurück
2025-03-29
Autor: Laura
Dänische Regierung wehrt sich gegen Vorwürfe des US-Vizepräsidenten
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hat die harsche Kritik von JD Vance, dem US-Vizepräsidenten, beim Besuch des einzigen US-Militärstützpunktes auf Grönland zurückgewiesen. Vance hatte in Pituffik erklärt, dass Dänemark nicht genug für die Menschen in Grönland und die Sicherheit in der Region getan habe. Diese Äußerungen fielen während einer dreistündigen Visite, die er gemeinsam mit seiner Frau und dem Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz unternahm.
Frederiksen entgegnete, die Vorwürfe träfen nicht zu. Sie betonte, dass Dänemark bereit sei, mit den USA zur Verbesserung der arktischen Sicherheit zu kooperieren und verwies darauf, dass Dänemark über viele Jahre hinweg den Amerikanern in Krisensituationen zur Seite gestanden hat, insbesondere in Irak und Afghanistan.
Entwicklungen im US-Dänemark-Verhältnis
Der Besuch von JD Vance erfolgt in einem Kontext, in dem US-Präsident Donald Trump bereits angedeutet hat, dass er Grönland gerne unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen würde, was in Dänemark und vor allem bei der grönländischen Bevölkerung auf Widerstand stößt. Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, dass er militärische Optionen in Erwägung ziehen könnte, falls Dänemark nicht bereit ist, Grönland an die USA zu verkaufen.
Grönland, bekannt für seine reichen natürlichen Ressourcen, hat in den vergangenen Jahren zunehmend an strategischer Bedeutung gewonnen. Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA, Russland und China in der Arktis haben die Relevanz der Region erhöht. Laut Experten könnte die entstehende Konkurrenz um Ressourcen und Seewege zu einer Zunahme militärischer Präsenz in der Arktis führen.
Ein Besuch mit weitreichenden Folgen
Der Besuch von Vance und seiner Frau hat somit nicht nur eine symbolische, sondern auch eine vielschichtige geopolitische Dimension. Es handelt sich um den bisher ranghöchsten Besuch eines Vertreters der Trump-Administration in Grönland. Anders als andere Besuche, wird Vance voraussichtlich nicht in die grönländische Hauptstadt Nuuk reisen oder mit den dort lebenden Menschen in Kontakt treten, was die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Grönland weiter verkomplizieren könnte.
Experten warnen, dass die aggressive Rhetorik der US-Regierung und die Drohung mit militärischen Maßnahmen die Stabilität in der Region gefährden und den ohnehin angespannten internationalen Dialog hinsichtlich arktischer Sicherheitsfragen unterminieren könnten. Die Fragen nach Souveränität und Autonomie Grönlands bleiben dabei zentrale Themen, die im Mittelpunkt zukünftiger diplomatischer Bemühungen stehen werden.
In dieser unsicheren geopolitischen Landschaft wird Dänemark voraussichtlich weiterhin versuchen, eine Balance zwischen den Interessen der USA und dem Bestreben Grönlands, seine Unabhängigkeit und Entwicklungsziele zu wahren, zu finden.