
Kriminalstatistik 2024: Alarmierende Zunahme schwerer Gewaltverbrechen in der Schweiz
2025-03-24
Autor: Sofia
Heute hat der Bund die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht, die als wichtiges Indiz für die Sicherheitslage in der Schweiz gilt. Es ist ein besorgniserregender Trend zu verzeichnen: Im Vergleich zum Bevölkerungswachstum ist die Kriminalität im Jahr 2024 überproportional stark gestiegen. Die Polizei registrierte insgesamt 8 Prozent mehr Straftaten als im Vorjahr. Hier sind die fünf wichtigsten Veränderungen und Trends:
Steigende Gewaltdelikte
Die Polizeibehörden meldeten schweizweit 2456 Fälle von schwerer Gewalt, was einer Zunahme von 399 Straftaten im Vergleich zum Vorjahr entspricht und fast einem Anstieg von 20 Prozent gleichkommt. Diese Zahl ist seit 2009 nicht mehr so hoch gewesen wie im vergangenen Jahr. Besonders alarmierend sind die Anstiege bei Vergewaltigungen (+29,4 Prozent, +247 Straftaten), schweren Körperverletzungen (+16,9 Prozent, +149 Straftaten) und schweren Raubüberfällen (+21,6 Prozent, +11 Straftaten).
Ein auffälliger Trend zeigt, dass diese Gewalttaten zunehmend in den eigenen vier Wänden stattfinden. Die Fälle von häuslicher Gewalt stiegen 2024 um 6,1 Prozent — 26 der 45 polizeilich registrierten vollendeten Tötungsdelikte waren auf häusliche Gewalt zurückzuführen. Interessanterweise sind die meisten beschuldigten Personen Männer (80 Prozent), wobei 54 Prozent der Verdächtigen einen ausländischen Pass besitzen.
Trendumkehr bei Vermögensdelikten
Nach einem langen Rückgang in den letzten Jahren steigen die Vermögensdelikte nun zum dritten Mal in Folge an (+8 Prozent, +28.930 Straftaten), stark beeinflusst durch neue Internetbetrugsmaschen. Cyberkriminalität macht mittlerweile fast 10 Prozent aller registrierten Straftaten aus und zeigt einen deutlichen Anstieg.
Die Anzahl der Diebstähle ist 2024 ebenfalls um 5 Prozent gestiegen (+7189 Straftaten), wobei der Anstieg bei Fahrzeugdiebstählen mit +27 Prozent am stärksten ausgeprägt ist. Die Aufklärungsrate für Diebstähle bleibt mit 29,8 Prozent niedrig, zeigt jedoch einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Zunahme von Straftätern ohne Aufenthaltsstatus
Insgesamt wurden 2024 gegen 91.992 Personen Straftaten erhoben. Der Anteil beschuldigter Schweizer Staatsangehöriger sank von 44,3 auf 42,3 Prozent. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der ausländischen Täter ohne offiziellen Aufenthaltsstatus (+1,7 Prozent), wobei diese vor allem aus Frankreich, Rumänien, Algerien und Marokko stammen.
Rückgang des Drogenkonsums
Einen positiven Trend gibt es hingegen bei den Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz; hier sind die Fälle von 68.600 im Jahr 2020 auf nur noch 48.208 im Jahr 2024 gesunken, was einem Rückgang von fast 30 Prozent entspricht. Die stärksten Rückgänge wurden im Kanton Basel-Stadt und St. Gallen notiert.
Neue Straftatbestände und häufigere Anzeigen
Die wachsende Kriminalität im digitalen Raum führte zu Neuerungen im Strafrecht. Seit September 2023 ist Identitätsmissbrauch strafbar. Bereits im ersten Jahr nach Inkrafttreten dieser Regelung wurden 5045 Fälle registriert, was einen massiven Anstieg der Straftaten im Bereich Ehre-, Geheim- und Privatangelegenheiten um 35 Prozent zur Folge hatte.
Fazit: Die steigende Kriminalität, insbesondere im Bereich der schweren Gewaltdelikte und Vermögensdelikte, sollte für die Bevölkerung und die Sicherheitsbehörden ein alarmierendes Signal sein, um verstärkt Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung zu ergreifen.