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Reaktion auf US-Kulturpolitik - Kulturschaffende gegen Donald Trump: «Wir werden zurückschlagen»

2025-03-23

Autor: Luca

Der ungarische Pianist András Schiff hat seine Entscheidung getroffen, nicht mehr in den USA aufzutreten. Grund für diesen Schritt sind die „unglaublichen Erpressungen“ von US-Präsident Donald Trump auf der internationalen Bühne. Auch namhafte Musikerinnen und Musiker wie die Pianistin Schaghajegh Nosrati und der Geiger Christian Tetzlaff aus Deutschland haben ihre Auftritte in den Vereinigten Staaten abgesagt.

Experten glauben, dass diese Entwicklungen gravierende Auswirkungen auf das kulturelle Leben in den USA haben könnten. Gwydion Suilebhan, ein in Washington, D.C. tätiger Bühnenautor, erklärt: „Wir werden jede Unterstützung annehmen, die international angeboten wird, auch wenn sie in Form von Konzertabsagen daherkommt.“ Er macht darauf aufmerksam, dass die US-amerikanische Kulturszene durch diese Situation zunehmend weniger international und divers werden könnte. Währenddessen ignoriert Trump die Sorgen der Kulturschaffenden offensichtlich.

Die Dramaturgin Julie Felice Dubiner aus Princeton, New Jersey, äußert die Hoffnung, dass die Kritik europäischer Künstler langfristig bei der US-Regierung ankommt: „Diese Konzertabsagen werden einige reiche Personen wütend machen. Diese Menschen wissen wahrscheinlich, wie sie Einfluss auf Gouverneure und Senatoren ausüben können.“ Dubiner glaubt, dass selbst kleine Veränderungen summieren und einen großen Effekt haben können.

Die Angst unter Kulturschaffenden in den USA ist groß. In Washington haben bereits Proteste stattgefunden: So wurde der US-Vizepräsident JD Vance am 13. März 2023 vor einem Konzert des National Symphony Orchestra im Kennedy Center ausgebuht. Dies ist besonders bemerkenswert, da das Kennedy Center kürzlich direkt der Trump-Regierung unterstellt wurde.

Das vorwiegend ältere, wohlhabende Publikum im Kennedy Center, welches oft Republikaner sind, bringt neue Hoffnung unter den Künstlern, wie Dubiner feststellt: „Es ist etwas, doch ich fürchte, dass ich bald meine Koffer packen muss.“

Diese Situation zeigt die große Besorgnis, die unter Künstlern herrscht. Sie fragen sich, wie sie mit der Transformation der Kulturinstitutionen umgehen sollen, wenn bestimmte Veranstaltungen plötzlich unerwünscht sind. Gwydion Suilebhan betont: „Wir versuchen alle, uns diplomatisch auszudrücken. Leider ist das Kennedy Center nicht mehr die Institution, mit der viele zusammenarbeiten möchten. Das schadet unserer Stadt enorm.“

Trotz der angespannten Lage gibt es nur seltenen offenen Protest von Kulturschaffenden. So hat die Sängerin und Musikerin Rhiannon Giddens einige Auftritte abgesagt, und die erfolgreiche Musicalproduktion „Hamilton“ hat seine Vorstellungen in Washington gecancelt.

Der aktuelle Stand des Protests könnte als passiv beschrieben werden; wichtige Theater und Kulturinstitutionen weichen nicht von ihrem Programm ab, obwohl klar ist, dass viele Inhalte den Werten Trumps widersprechen. Diese Art von stiller Opposition wird von Dubiner als notwendiger, grundlegender Widerstand wahrgenommen. „Wir ändern keine Textzeilen und besetzen weiterhin Rollen mit Schauspielern of Color.“

Obwohl solche Maßnahmen zunächst nicht wie ein radikaler Protest erscheinen mögen, benötigt es Zeit, um effektive Antworten auf Trumps Autoritarismus zu finden. Gwydion Suilebhan bekräftigt kämpferisch: „Kunst ist immer politisch. Jetzt müssen wir klug unsere Wut und unseren Widerstand zum Ausdruck bringen. Trump hat der Kulturszene bereits einen Schlag versetzt. Doch wir werden zurückschlagen!“

Die kulturellen Auseinandersetzungen in den USA stehen erst am Anfang, und viele glauben, dass der Widerstand weiter wachsen wird, während sich Künstler zusammenschließen, um ihre Stimme gegen die autoritäre Tendenzen zu erheben.