Nation

Schulbesuche in KZ: Junge Mitte will Antisemitismus bekämpfen

2025-03-23

Autor: Noah

Darum geht es

Marc Rüdisüli, Präsident der Jungen Mitte, hat einen bemerkenswerten Vorschlag unterbreitet: Alle Schüler in der Schweiz sollen eine Holocaust-Gedenkstätte besuchen. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, den besorgniserregenden Anstieg von Antisemitismus in der Schweiz zu bekämpfen. Die Partei fordert darüber hinaus ein umfassendes Verbot von Nazi-Symbolen in der Öffentlichkeit.

„Es reicht nicht, Antisemitismus nur zu verurteilen – wir müssen aktiv handeln“, betont Rüdisüli im Gespräch mit einem Journalisten. „Nie wieder ist jetzt!“, ruft er in Anbetracht der alarmierenden Situation.

Tatsächlich ist Judenfeindlichkeit in der Schweiz wieder auf dem Vormarsch. Laut der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus sowie dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund gab es im vergangenen Jahr 221 dokumentierte antisemitische Vorfälle – ein erschreckender Anstieg von fast 400% im Vergleich zum Vorjahr. Zu diesen Vorfällen zählen auch elf körperliche Angriffe, einschließlich eines besonders brutalen Angriffs im März 2024, bei dem ein 15-jähriger IS-Anhänger einen orthodoxen Juden stach.

Studien zeigen auch, dass viele jüdische Menschen aus Angst vor Diskriminierung ihre religiösen Symbole wie die Kippa oder den Davidstern verstecken. Diese Entwicklungen machen die Initiative der Jungen Mitte noch dringlicher.

Um einen nachhaltigen Wandel zu bewirken, fordert die Partei, dass alle Schüler mindestens einmal eine Holocaust-Gedenkstätte in ihrer Schulzeit besuchen. Rüdisüli erklärt dazu: „Solche Erfahrungen fördern das Verständnis und die Empathie gegenüber den Schrecken der Vergangenheit“. Auch Lehrkräfte sollten in ihrer Ausbildung die Möglichkeit haben, ein Konzentrationslager zu besuchen, um die damit verbundenen historischen Lektionen zu verinnerlichen.

Zusätzlich sollten Bildungsprojekte intensiviert werden, um den Antisemitismus aktiv zu bekämpfen, insbesondere in sozialen Medien, wo Hate Speech und Diskriminierung zunehmen. Der Präsident der Jungen Mitte kritisiert: „Es ist unverständlich, dass wir strenge Regelungen gegen Tabakwerbung haben, während Hakenkreuz-Symbole hier toleriert werden.“

Diese Vorschläge kommen in einem kritischen Moment, in dem das öffentliche Bewusstsein für Antisemitismus dringend geschärft werden muss. Wird die Schweiz diesen Herausforderungen annehmen und mit den entsprechenden Maßnahmen gegensteuern?

Es bleibt zu hoffen, dass das Engagement und die Initiativen der Jungen Mitte nicht nur auf Unterstützung stoßen, sondern auch konkreten Wandel bewirken können – für eine Gesellschaft, die sich klar gegen Antisemitismus stellt und für Toleranz eintritt.